Montag, 30. Mai 2011

Nokia E7 im Test


Windows Phone 7 wird Symbian zwar mittelfristig ablösen, dennoch möchte Nokia auch aktuell noch Smartphones verkaufen. Das Business-Smartphone Nokia E7 will mit Touchscreen, Tastatur und Symbian überzeugen.
Anfang dieses Jahrtausends war der Communicator von Nokia der Inbegriff für mobile Kommunikation. Mitleidig blickten seine Besitzer zu Handy-Nutzern, die mittels T9 ihre Nachrichten schreiben mussten und E-Mails nur auf Monitoren sahen. Das Nokia E7 kann man getrost als Versuch sehen, diesen Glanz wieder aufleben zu lassen.
Das E7 steckt in einem ähnlichen Gehäuse wie das Nokia N8, das Display lässt sich aber ausklappen, darunter ist eine QWERTZ-Tastatur angebracht. Der Mechanismus ist gut verarbeitet: Wenn das Gerät zusammengeklappt ist, sitzt das Display fest im Gehäuse, es hat kein Spiel. Das gilt auch für den ausgeklappten Zustand, Nokia hat hier saubere Arbeit geleistet. Die Tastatur ähnelt vom Material und dem Design dem HTC Desire Z. Die einzelnen Tasten sind gummiert und auch für größere Finger angenehm zu bedienen. Das Display mit einer Diagonale von 10,2 cm ist ein kapazitiver AMOLED-Touchscreen, der im Test auf Eingaben schnell und präzise reagiert - das E7 ist hier um Welten besser als die erste Generation der Nokia-Touchscreen-Geräte.
Lupe
Tastatur im N8-Design: Das Nokia E7
Bei den Anschlüssen hat der finnische Konzern ebenfalls nicht gespart: Am oberen Ende findet sich ein Micro-USB-Anschluss über den Daten und Strom in das E7 gelangen. Dieser unterstützt die Spezifikation USB On the Go (USB OTG). Damit kann das E7 anderen USB-Geräten gegenüber als Host auftreten, so dass man beispielsweise Videos oder Bilder direkt zwischen Kamera und Handy übertragen kann. Unter einer Abdeckung daneben ist der Mini-HDMI-Anschluss, ganz rechts ist die Buchse für Kopfhörer und Headsets.
Die Technik im Inneren kann sich sehen lassen: Neben Bluetooth 3.0 stecken ein Kompass sowie zahlreiche Sensoren für Lage, Umgebungslicht und Abstand im Gerät. Mit dem mobilen Internet kann das Nokia E7 per HSPDA und HSUPA Kontakt aufnehmen, je nach Netzausbau sind im Download bis zu 10,2 Mbit/s und im Upload bis zu 2,0 MBit/s möglich. Für lokale WLANs ist ein Funkmodul nach 802.11b/g/n integriert.

Nokia schmiert in Deutschland richtig ab


München - Mit dem beliebten iPhone hat Apple den bisherigen Marktführer Nokia in Deutschland überholt. Der iPhone-Anteil an den in Deutschland verkauften Smartphones stieg binnen eines Jahres kräftig an und betrug im ersten Quartal 28 Prozent, wie der "Focus" aus einer Analyse des Marktforschungsunternehmens GfK zitierte.

Der finnische Konzern Nokia verlor dagegen heftig: Der Marktanteil in Deutschland betrug demnach Anfang 2010 noch 38 Prozent, im März 2011 nur noch 24 Prozent. Den GfK-Zahlen zufolge werden laut Bericht Internet-Handys asiatischer Hersteller beliebter. Der Marktanteil von Samsung etwa stieg demnach auf 15 Prozent, der von HTC auf 14 Prozent.

Patentstreit: Samsung will iPhone 5 und iPad 3 prüfen


Samsungs Anwälte haben Apple aufgefordert, Muster der nächsten Generation von iPhone und iPad zur Prüfung auszuhändigen. Der koreanische Elektronikkonzern will so sicherstellen, dass seine Geräte künftig nicht mehr, wie in einer Klage vom April behauptet, Apples Patente verletzen.

Bei einem Bezirksgericht in San Jose, Kalifornien, hat Samsung Antrag eingereicht, wonach Apple die Modelle bis 17. Juni zur Verfügung stellen soll. Laut dem Blog This Is My Next handelt es sich um die "finalen, kommerziellen Versionen" von iPhone und iPad, inklusive der Verpackung, mit der sie in den Handel kommen sollen. Die bisher noch nicht offiziell angekündigten Geräte bezeichnet Samsung als "iPhone 4S", "iPhone 5", "iPad 3" und "iPad der dritten Generation".

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Dem Bericht zufolge werden für Samsung dieselben Regeln gelten, die die zuständige Richterin Lucy Koh auch Apple auferlegt hat: Nur die Anwälte von Samsung dürfen die iPhone- und iPad-Muster begutachten, nicht aber das Produkt-Team der Koreaner.

Vor einer Woche hatte das Gericht Samsung angewiesen, Apple Muster seiner Smartphones und Tablets vorzulegen, darunter das Galaxy S II, das Galaxy Tab 8.9 und das Galaxy Tab 10.1. Apple will so herausfinden, ob auch kommende Samsung-Produkte sein geistiges Eigentum verletzten, wie es der ursprünglichen Klage zufolge bei Geräten wie dem Nexus S und Captivate der Fall ist.

Apple wirft Samsung in seiner Klage vom April vor, mit der Produktreihe Galaxy Design und Benutzeroberfläche von iPhone und iPad zu kopieren sowie mehrere Apple-Patente zu verletzen. Samsung reagierte darauf mit Patentklagen in mehreren Ländern.

Offen bleibt, ob sich die Verschärfung des Streits auch auf die geschäftlichen Beziehungen zwischen Samsung und Apple auswirkt. Apple bezieht unter anderem Prozessoren und LCDs für iPhone und iPad von Samsung. Die Firmen hatten Berichten zufolge im Februar über einen 7,8-Milliarden-Dollar-Auftrag für LCD-Panels, Prozessoren und Flashspeicher verhandelt. Laut Apple-COO Tim Cook ist Apple sogar Samsungs größter Kunde. Außerdem sei Samsung "ein sehr geschätzter Lieferant von uns."